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Religionslandschaft Schweiz



Skriptorium eines aus Irland stammenden Mönchs.
Die in den mittelalterlichen Klöstern gepflegte Buchkunst haben wir weitgehend den irischen Wandermönchen zu verdanken.

Irische Glaubensboten

Ein besonderes Kapitel Christentumsgeschichte schrieben ab etwa 610 irische Mönchs-Missionare (Peregrini), die ihr Seelenheil im Verzicht auf Heimat und Geborgenheit suchten und in grosser Zahl nach Mitteleuropa strömten. Sie verkündeten einen christlichen Glauben, der sich nicht auf die römische Kirchenorganisation stützte, sondern in erster Linie auf die «zweckfreie Hingabe an die unbequemen Ideale des Christentums» zielte (Ingeborg Meyer-Sickendiek, «Gottes gelehrte Vaganten»).

Bei den weltlichen Herrschern in Mitteleuropa waren diese Iren zunächst gern gesehene Gäste, denn sie brachten grosse Bildungsschätze mit – antikes Wissen, die griechische Sprache, Buch- und sonstige Handwerkskünste. Nachdem sich aber Kaiser und Papst gefunden hatten und Kirche und Klöster vereinheitlichten, ging das irisch geprägte Christentum schliesslich unter.

Kämpferisch gesinnte reformierte Kirchenhistoriker vertraten im 19. und 20. Jahrhundert die Ansicht, das irische, «romfreie» Christentum sei Vorläufer der evangelischen Kirche gewesen.


Zuletzt geändert am: 5.10.11